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Die Ausstellung „Der Weg zum Anschluss – Burgenlandschicksal 1928–1938“ zeichnet die letzten dramatischen Jahre der Ersten Republik nach. Die Krise des Parlamentarismus, die auch im Burgenland mit autoritären Mitteln überwunden werden sollte, führte vorerst zu einem Erstarken der faschistischen Heimwehrbewegung. Das Jahr 1933 brachte das Verbot der KP, der NSDAP und des Republikanischen Schutzbundes.
Nach dem Aufstand der mehrfach gedemütigten Sozialdemokratie am 12. Februar 1934 wurde schließlich auch die traditionsreiche Sozialdemokratische Partei verboten.
Während die Sozialdemokraten und Kommunisten im Untergrund aktiv waren, kam es am 25. Juli 1934 zu einem Putschversuch der Nationalsozialisten, im Zuge derer Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde.
Mit der „Vaterländischen Front“ sollte ein patriotisches Sammelbecken quer über alle politischen Lager geschaffen werden. Austrofaschistischer Ständestaat und Vaterländische Front wurden eins. Damit begann auch die Verfolgung der politischen Gegner des Regimes – der Sozialdemokraten und Kommunisten auf der einen und der Nationalsozialisten auf der anderen Seite. Während die einen die Demokratie retten wollten, waren die anderen auf deren Zerstörung programmiert.
Ein Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich den dramatischen Stunden vor und nach dem 11. März 1938 sowie dem „Putsch“ der Nationalsozialisten im Burgenland.
Als Tobias Portschy am Abend des 11. März den Haydn-Gedenkstein vor dem Eisenstädter Landhaus bestieg, war das Burgenland das erste Bundesland, in dem die Nationalsozialisten die Macht ergriffen hatten.
In derselben Nacht begann eine Verhaftungswelle, der Politiker und Funktionäre der Vaterländischen Front zum Opfer fielen und es kam auch bereits zu Gewaltexzessen gegen burgenländische Juden.
Am 10. April 1938 votierte das Burgenland fast einstimmig für den „Anschluss“. In 297 Gemeinden des Landes gab es keine einzige Nein-Stimme. Dieses Ergebnis war nicht zuletzt auf Grund einer massiven propagandistischen Meisterleistung möglich gewesen, die das neue Regime von seiner besten Seite zeigte.
Als am 15. Oktober 1938 das Burgenland auf die Reichsgaue Niederdonau und Steiermark aufgeteilt wurde, war der Großteil der Juden des Landes bereits ausgesiedelt, Verfolgungsmaßnahmen gegen Roma längst in Gang und etliche Burgenländer bereits ins Konzentrationslager verschleppt worden.
