Wiesen
Nach der Ernte war in Wiesen die Zeit der Wallfahrten. Früher gab es ausschließlich Fußwallfahrten. Ein beliebtes Wallfahrtsziel der Wiesener war und ist Mariazell. Die Fußwallfahrt nach Mariazell dauert drei Tage. Sie führt auch heute noch über Lanzenkirchen und Würflach (Klamm) nach Grünbach, wo erstmals genächtigt wird. Von da geht es über Puchberg (Maumau-Wiese) ins Klostertal bis Schwarzau im Gebirge. Am dritten Tag geht es übers Gschaidl, Langer Weg, über den Lahnsattel nach Terz. Die letzten Kilometer werden auf der Landstraße nach Mariazell zurückgelegt. Der feierliche Einzug in die Wallfahrtskirche ist für jeden Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis.
Nach dem 2. Weltkrieg benutzte man für die Wallfahrt nach Mariazell Bus, Bahn oder Auto. 1980 wurde der Brauch der Fußwallfahrt wieder belebt und erfreut sich Jahr für Jahr großer Beliebtheit. Auf einem mächtigen Stein nach Mariazell zwischen Schwarzau und Terz wurde von den Pilgern aus Wiesen eine Gedenktafel mit folgender Inschrift angebracht: „Bei unseren Wallfahrten nach Mariazell haben wir erfahren: Den Anfang und das Ende halten Gottes Hände“.
Fußwallfahrt Mönchhof
Auf einem Glaubensseminar meinte Pater Anton Gots in einem Vortrag,
dass eigentlich jeder Christ in der Gemeinde etwas zum Pfarrleben beitragen sollte. So wurde die Idee geboren, in den Sommerferien eine Fußwallfahrt nach Mariazell
zu organisieren.
Begonnen wurde dann im Juli 1988 mit einer kleinen Gruppe; im Juli 2007 bei der 20. Wallfahrt machten sich 40 Personen ab Dienstag auf den Weg nach Mariazell.
Elisabeth Ezsöl: „Oft fragt man sich: Warum tut man sich so eine Strapaze an?
Unterwegs sein - ohne Komfort bei Hitze, Wind, Regen und Gewitter,
Schlafen im Schlafsack in einem Wirtshaussaal oder im Heu,
die Anstrengungen beim Bergauf und Bergab, die Schmerzen in Knien,
Hüften und Muskeln, die Blasen an den Füßen …?
Und wenn wir am Sonntag ankommen bei der Magna Mater Austria,
sehen wir dann bei vielen die Tränen der Erleichterung, der Freude, der Dankbarkeit, den langen Weg bis Mariazell geschafft zu haben.“
Fußwallfahrt der Pfarre Gerersdorf b. G. nach Mariazell
Seit mehr als 30 Jahren gibt es in der Pfarre Gerersdorf Fußwallfahrten. Diese Wallfahrt findet jährlich immer am Samstag nach dem 15. August statt. Dabei wird abwechselnd nach Ollersdorf, Maria Bild und Maria Weinberg gepilgert. Seit 25 Jahren findet auch eine Männerwallfahrt mit dem Bus in die benachbarten Bundesländer statt.
Im Jahre 1999 wurde im Rahmen einer Fußwallfahrt nach Ollersdorf die Idee für eine große Fußwallfahrt nach Mariazell geboren. (eine treibende Kraft war Frau Anni Jandrisevits aus Sulz). Die Planung und Organisation konnte beginnen. Seit dem Jahr 2000 waren Mitglieder der Pfarre 6mal zu Fuß bei der Magna Mater Austriae.
Die Teilnehmer kommen nicht nur aus der Pfarre Gerersdorf, sondern aus der näheren und weiteren Umgebung. Die Teilnehmerzahl schwankt zwischen 15 - 30 Personen.
Die Fußwallfahrt von Wulkaprodersdorf nach Mariazell
„In meiner Jugend wurde das Wallfahren schon geweckt, da ich mit meinen Eltern große Wallfahrtsorte – Mariazell – Loretto – Eisenstadt-Oberberg – besucht habe.
Im Jahre 1981 entschloss ich mich, zu Fuß nach Mariazell zu gehen.
Schließlich fanden sich im August 1982 vierzehn Personen, die den mühsamen Weg auf sich nahmen. Aus dieser Gruppe von 14 Leuten erwuchs eine Gruppe von bis zu 140 Pilgern, unter ihnen auch viele Personen aus den Nachbargemeinden und sogar aus Ungarn.“ (Rudi Stagl, 2007)
Fußwallfahrt Piringsdorf
Auch wenn einige Ortsbewohner schon seit Jahrzehnten den Wallfahrtsweg auf sich nehmen, die offizielle Fußwallfahrt der Pfarrgemeinde Piringsdorf findet erst wieder seit 1990 statt. Der damalige Kaplan Werner Gruber ließ diesen alten Brauch wieder beleben. Seit diesem Jahr findet die Fußwallfahrt nach Mariazell wieder jährlich statt. Der Termin richtet sich nach der Pfarrwallfahrt mit dem Bus, die entweder ein- oder zweitägig sein kann, ist aber meistens in der ersten Juliwoche. Beide Gruppen ziehen gemeinsam in die Basilika ein. Im Anschluss daran findet stets der Kreuzweg statt, und nach diesem eine kurze Andacht in der Brunnenkapelle.
